"REINHARD'S ERBENGEMEINSCHAFT"
R.E.G.

 

Über den deutschen Abenteurer Walter Reinhard

Wer war dieser sagenhaft reiche Mann, dessen Vermögen seit mehr als 100 Jahren in weiten Teilen Europas die Reinhard-Verwandten in helle Aufregung versetzt?

Als Söldner unter dem Namen Sumru (auch Samru, Sombre, Sommer, Sumroo genannt) ist Walter Reinhard gegen Mitte des 18. Jh.s nach Indien gekommen, dort hat er 1747 an der Seite der Franzosen gegen die Engländer gekämpft. Über seine »Heldentaten« als Soldat gibt es die unterschiedlichsten Aussagen.

Später schlug er sich auf die Seite der Inder und trat in den Dienst des Großmoguls von Delhi. Dieser belohnte Ihn für seine Dienste. Als Dank schenkte ihm der Großmogul die Ländereien Pargumha, Badshapore, Thrada mit Sardhana, in denen er aus Baumwoll- und Zuckerrohr-Plantagen ein großes Vermögen erwarb. Als Ort seiner Residenz wählte Walter Reinhard, Sardhana und führte somit den Titel „Fürst von Sardhana“.

Aufgrund seiner außergewöhnlichen militärischen Fähigkeiten wurde er von Randschit Khan zum Gouverneur und Nabob (Stadthalter) von Agra ernannt. Als Fürst Walter Reinhard lebte er mit einem Tanzmädchen, der späteren Begum Sumru, in eheähnlicher Gemeinschaft zusammen. Nachdem Fürst Walter Reinhard Stadthalter von Agra war, verlagerte er seinen Fürstensitz auch nach Agra. Dort verstarb er 1778.

Auf seinem Grabmahl in Agra (Indien) steht sein Name, Walter Reinhard, dieses ist bis heute noch erhalten.

Als Geburtsort von Walter Reinhard ist nur einer urkundlich nachgewiesen, im ev. Kirchenbuch in Eisenberg / Pfalz. Walter Reinhard wurde dort am 27. Januar 1723 geboren.

Kurz vor seinem Tode wurde Walter Reinhard, für seine Verdienste für die Interessen Frankreichs um die Vorherrschaft in Indien, vom französischen König Ludwig XVI am 15. Oktober 1776 zum Oberst ernannt. Sein Titel in Indien "Zafar Yab Khan" ist die Bezeichnung eines militärischen Dienstgrades und bedeutet General oder Oberkommandierender. Leider erfuhr Walter Reinhard Sumru von dieser Urkunde nichts mehr: Sie wurde erst nach seinem Tode zugestellt.

Da Walter Reinhard keine Nachkommen hatte, adoptierte er David Ochterlony, den unehelichen Sohn der Begum Sumru. Sie verwaltete das Vermögen von Walter Reinhard bis zu ihrem Tode im Jahre 1836. Im gleichen Jahr übernahm die englisch-indische Regierung seine Ländereien und die Verwaltung seines Vermögens.